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Geschäftsfelder und Organisationsstruktur. Die SOLARWORLD AG, 1998 in Bonn gegründet, ist eins der weltweit führenden Handelsunternehmen kristalliner Solarstromtechnologie. Unser Schwerpunkt liegt auf Solarstromanwendungen von Hausdächern bis zu Großanlagen in den weltweiten Solarmärkten.

Die SOLARWORLD Aktiengesellschaft, Bonn, ist das Mutterunternehmen des SOLARWORLD Konzerns. Die SOLARWORLD AG übernimmt die Funktion einer Holding: Die Aufgaben der Konzernführung liegen beim Vorstand. Zentrale Leitungs-, Steuerungs- und Kontrollfunktionen in den Bereichen strategische Konzernentwicklung, M&A, Finanzen, Controlling, Corporate Communication, Marketing sowie das Nachhaltigkeitsmanagement als Stabsstelle beim Konzernvorstand werden über die Holding wahrgenommen. Zusätzlich agiert die SOLARWORLD AG als europäisches Vertriebszentrum im Handel von Modulen und Bausätzen. Im Falle kapazitätsstarker zentraler Solarstromkraftwerke übernimmt die SOLARWORLD AG für Kunden auch schlüsselfertige Errichtung.

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Konzerngesellschaften, 2008

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konzernweite Produktionskapazität im Waferbereich, 2008

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Eine zentrale Einkaufseinheit, angesiedelt bei der DEUTSCHE SOLAR AG am Produktionsstandort Freiberg, steuert Beschaffung und Einkauf für den gesamten Konzern. Auch unsere Forschungs- und Rohstoffaktivitäten haben wir zentral gebündelt in Tochtergesellschaften wie der SOLARWORLD innovations (F&E) und der sunicon (Rohstoffaktivitäten). Auf diese Weise profitieren wir von konzernweiten Synergien und Skaleneffekten, verbessern den Wissenstransfer im Konzern und stärken unsere Marktposition.

Mit einem konzernweit einheitlichen IT-System sichern wir in allen unseren Geschäftsfeldern die einheitliche 053 Erfassung von Daten, den reibungslosen Austausch von Informationen und die effiziente Bearbeitung von Projekten.

Rechtliche Konzernstruktur. Zum Stichtag 31. Dezember 2008 umfasste der SOLARWORLD Konzern insgesamt 28 (Vorjahr: 28) Gesellschaften. Durch die Teilveräußerung der ehemals vollkonsolidierten Tochter GÄLLIVARE PHOTOVOLTAIC AB (gpv) an Borevind AB am 14. Januar 2008 hat sich der Konsolidierungskreis im Vergleich zum 31. Dezember des Vorjahres verändert. Anhang/Konsolidierungskreis und rechtliche Konzernstruktur  Künftige rechtliche Konzernstruktur

Am 17. April 2008 erfolgte die Gründung der SOLARWORLD korea, an der die Partner SOLARWORLD AG und die koreanische SOLARPARK ENGINEERING CO. LTD./Seoul zu gleichen Teilen beteiligt sind (at Equity-Beteiligung).


Weltweite Standorte des Konzerns

Mit insgesamt 13 (Vorjahr: 12) Standorten weltweit (inklusive zwei Betriebsstätten, gemeinsamer Joint Ventures und der Holding) ist die SOLARWORLD AG heute in den relevanten Märkten präsent. Wir operieren mit Produktionsstätten in Deutschland, den USA sowie Südkorea im Herzen der Kernmärkte Europa, Nordamerika und Asien. Vertriebsteams in Deutschland, Spanien, den USA, Singapur und Südafrika forcieren die strategische Distribution in den solaren Wachstumsregionen. Weltkarte

Gute Standortfaktoren stärken Ausbau. Ein Beispiel für gezielte Standortpolitik ist unsere neue Fertigung im US-amerikanischen Hillsboro. Die als »Oregon Silicon Forest« bekannte Region bietet mit der ansässigen Elektronik- und Halbleiterindustrie, dem großen Angebot an kompetenten Fachkräften und einer verlässlichen Infrastruktur optimale Standortbedingungen für die solare Fertigung. Der Teilbereich Kristallisation war im Berichtsjahr im benachbarten Vancouver/Washington angesiedelt.

In Oregon bieten Universitäten wie das Portland Community Center verstärkt Studienangebote für solare Fertigungstechnologien zur Qualifizierung und Weiterbildung der »high-tech-workforce« aus der Chipindustrie an. Mitarbeiter Zudem engagiert sich Oregon nachhaltig für den Ausbau der »green technologies «. So hat sich dieser Bundesstaat mit dem »Renewable Portfolio Standard« verpflichtet, einen festen Prozentsatz seines Stromangebots aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Zudem können Unternehmen, die Equipment für erneuerbare Energien herstellen, 50 Prozent ihrer Investitionskosten aus dem Fertigungsausbau steuerlich geltend machen (Business Energy Tax Credit).

Als Mitglied im Silicon Saxony e.V., dem sächsischen Industrieverband der Halbleiterindustrie, profitieren wir auch in Deutschland von einer Reihe vorteilhafter Standortfaktoren: Freiberg verfügt über eine mehr als 50-jährige Tradition in der Siliziumverarbeitung und ein breites Spektrum der Zulieferindustrie; außerdem ist Freiberg heute eines der fünf größten Zentren der Halbleiter- und Siliziumindustrie weltweit. Dadurch und durch die Nähe zur Technischen Universität Bergakademie (TUBA) können wir direkt vor Ort Synergien in der Forschung nutzen und von dem qualifizierten Fachkräfteangebot profitieren.


Wettbewerbsposition und Hauptabsatzmärkte

Die SOLARWORLD ist einer der führenden vollintegrierten Solarstromtechnologiekonzerne. Den Anteil unseres konzernweiten Auslandsumsatzes (Wafer, Zelle, Modul/System) steigerten wir 2008 auf 54 (Vorjahr: 49) Prozent: ein Indiz für den Ausbau der Wettbewerbsposition in internationalen Märkten. In den USA sind wir der größte, im Land produzierende Solarstromtechnologieanbieter vom Wafer bis zum Modul.

Im Segment Handel konnten wir unseren Auslandsumsatz in Märkten außerhalb Deutschlands ebenfalls auf 53 (Vorjahr: 46) Prozent ausweiten. Hiermit dokumentieren wir unsere gestiegene internationale Vertriebskraft mit Modulen und Bausätzen. Hauptabsatzmärkte waren neben Deutschland auch Spanien, USA, Südkorea und Italien. In Deutschland konnten wir unsere gute Marktposition durch die langjährig erworbene Reputation der Marke SOLARWORLD festigen: Für unsere Kunden waren wir auch 2008 ein verlässlicher Handelspartner.

Der spanische Markt ist stark von einheimischen Anbietern geprägt. Dank unserer guten Vertriebsarbeit vor Ort ist es uns dennoch gelungen, unsere Position im stabilen Dachanlagengeschäft zu erweitern. Die jungen Solarmärkte Italien, Frankreich, Belgien und Griechenland haben sich trotz der noch moderaten Marktgrößen für die SOLARWORLD sehr dynamisch entwickelt. Wir haben uns dort eine hervorragende Startposition geschaffen und konnten in Italien erstmalig einen deutlich zweistelligen Megawatt-Absatz erreichen. In Griechenland, Frankreich und Belgien haben wir erfolgreich Verkäufe über der Megawatt-Schwelle realisiert. Durch unsere Präsenz in diesen Märkten können wir aktiv die entstehenden Vertriebsstrukturen bei zunehmender Marktreife mitgestalten. Hier gilt es, sich zunächst als Qualitätsmarke zu etablieren und Kooperationen mit Partnern zu bilden.

Im asiatisch-pazifischen Raum gelang es uns, durch unsere Produktion in Südkorea unsere Wettbewerbsposition qualitativ zu stärken.

Wir gehörten auch 2008 zu den Top drei der Waferhersteller weltweit: Über den Ausbau der Produktionskapazitäten um mehr als 50 Prozent auf 600 Megawatt (MW) haben wir diese Position untermauert. Rund 50 Prozent unserer Wafer setzten wir an externe Kunden in Europa, Asien und Amerika ab. Unser Wettbewerbsvorteil basiert auf langjährigem Know-how, einer guten Kapitalbasis im Konzernverbund für die Umsetzung weiterer Wachstumspläne sowie unserer Wafermarke SOLSIX®.


Rechtliche und wirtschaftliche Einflussfaktoren

Förderprogramme in Deutschland. Deutschland nimmt auf dem Weltmarkt derzeit eine führende Position im Segment erneuerbare Energien ein. Wichtiger Treiber für die Entwicklung dieser leistungsstarken Industrie war das »Erneuerbare-Energien-Gesetz« (EEG). Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung lag 2008 in diesem Markt bei 15 (Vorjahr: 14) Prozent. 

Das Land verfügt heute über eine leistungsstarke Solarstromindustrie mit weltweitem Technologievorsprung und rund 48.000 direkt und indirekt Beschäftigten. Das EEG stellt für die Solarindustrie einen wichtigen Investitionsanreiz dar und treibt gleichzeitig über eine jährliche Degression der Förderung – fünf Prozent bis 2008, acht Prozent ab 2009 – die technologische Entwicklung voran.

Das führt zu Effizienzsteigerungen in der Fertigung und bringt Preissenkungen für die Kunden. So konnten die Herstellkosten für Solarstromtechnologien seit 1996 um über 50 Prozent reduziert werden. Im Zuge weiterer Kostendegression wird Strom aus Solarenergie in Kürze die Wettbewerbsfähigkeit zu Bruttostrompreisen privater Haushalte (d.h. die Netzparität, im Englischen »grid parity« genannt) erlangen. Chancen

Förderprogramme in anderen Staaten. Solarstrom spielt global betrachtet bislang mit einem Anteil von unter einem Prozent noch eine kleine Rolle im Energiemix. Der Weltstrommarkt Anreizsysteme sind derzeit noch der entscheidende Investitionsfaktor für die Solarindustrie. Zahlreiche Staaten haben vergleichbare Programme zur Förderung erneuerbarer Energien, die sich zum Teil am deutschen EEG orientieren, angekündigt oder gestartet. Diese Programme werden vergleichbare Marktentwicklungen weltweit begünstigen.

Die steigende Energienachfrage, die Verknappung fossiler Rohstoffe sowie der Klimawandel erzeugen weltweit ein großes Interesse, alternative Energiequellen wie Solarstrom zu fördern. Dabei kommen vier Hauptförderinstrumente zum Einsatz, die entweder auf regionaler Ebene (z.B. Kalifornien/USA) oder auf nationaler Ebene (z.B. Deutschland, Spanien, Italien oder Frankreich) eingesetzt werden.

Förderinstrumente. Das erfolgreichste Instrument sind Mindestpreissysteme wie z.B. in Deutschland angewandt, bei denen garantierte Einspeisevergütungen für den produzierten Strom gezahlt werden. Sie bieten für den Betreiber von Solarstromanlagen, gleich ob auf dem eigenen Hausdach oder in einem Großprojekt, die notwendige Investitionssicherheit.

In vielen Ländern werden darüber hinaus Investitionszuschüsse und Steuererleichterungen gewährt, um die hohen Anfangsinvestitionen für Solaranlagen zu reduzieren. Da diese Fördermechanismen von der realen Leistungsfähigkeit der Solaranlagen entkoppelt sind, bieten sie allerdings wenig Anreize zur Steigerung der Produktqualität. In Frankreich, Griechenland und den USA werden diese beiden Mechanismen deshalb lediglich als zusätzliche Boni auf regionaler Ebene eingesetzt.

Quotensysteme sind ein weiteres, verbreitetes Förderinstrument; sie schreiben für Energieversorger einen bestimmten Anteil von Solarstrom am Strommix fest. Durch ein Zertifikathandelssystem entsteht der Solarstrompreis aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Die Praxis hat gezeigt, dass solche Systeme aufgrund hoher Preisvolatilität zu Investitionsunsicherheit insbesondere bei privaten Akteuren führen und erhebliche Risikoaufschläge zur Folge haben. Zahlreiche Staaten, in denen entsprechende Systeme angewandt wurden, haben diese inzwischen zu Gunsten von Mindestpreissystemen wieder abgeschafft.

Erreichen der Netzparität. Heute sind die Solarstromproduzenten noch auf diese Fördermaßnahmen angewiesen. Jedoch wird voraussichtlich binnen des nächsten Jahrzehnts eine Konstellation erreicht, bei der im Endkundengeschäft der Preis für konventionell erzeugten Strom die Kosten für den vom Endkunden selbst erzeugten Solarstrom übersteigt. Ab diesem Zeitpunkt stellt sich die Netzparität von Solarstrom zu Strom aus dem Netz ein. Das bedeutet: Für Endverbraucher rentiert sich die Installation einer Solaranlage auf dem eigenen Dach auch ohne finanzielle Förderung. Chancen


Wichtige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse

Mit leistungsstarken Produkten punkten. Als integrierter Konzern verfügt die SOLARWORLD AG über eine tief gestaffelte Wertschöpfungskette und über ein breit gefächertes Produktsortiment. Wir konzentrieren uns dabei auf mono- und multikristalline Solarstromanwendungen.

Diese vereinen zahlreiche Vorteile: hoher Wirkungsgrad und hohe Effizienz, verlässliche Langzeitstabilität, gute Umweltverträglichkeit und kompakte Bauweise. Zudem sind die Kosten des gesamten Systems (Systemtechnik, z.B. Unterkonstruktion, DC- bzw. AC-Verkabelung, Wechselrichter) geringer, da es im Vergleich zu anderen Technologien bei gleicher Ertragsmenge weniger Fläche benötigt.

Im Konzernverbund setzen wir konsequent auf den Einsatz standardisierter Komponenten wie etwa weltweit einsetzbare Steckerverbindungen bei unseren Globalmodulen. Auf diese Weise können wir unsere Automatisierungsprozesse optimieren, die Stückkosten senken und die Verfügbarkeit sowie Liefertreue im Sinne unserer Kunden erhöhen. Nahezu alle Systemkomponenten entwickeln, fertigen und vertreiben wir selbst, wodurch wir deutliche Kostenvorteile erzielen.