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Vision. Ziel der SOLARWORLD AG ist der weltweite Aufbau einer verlässlichen, umweltfreundlichen und ungefährlichen Energieversorgung. Solarenergie ist der Schlüssel für Ressourcen- und Klimaschutz und trägt durch eine wachsende Unabhängigkeit von fossilen Ressourcen zur Vermeidung militärischer Konflikte bei. Wir arbeiten daran, solare Stromerzeugung so schnell wie möglich auf allen Märkten zur Wettbewerbsfähigkeit zu führen und allen Menschen die dezentrale Nutzung von Solarenergie und damit die Chance zur nachhaltigen Entwicklung zu ermöglichen.

Steuerung und Kontrolle. Die Konzernstrategie sowie die daraus resultierenden Konzernziele werden vom SOLARWORLD Vorstand festgelegt. Die Überprüfung, Steuerung und Weiterentwicklung unserer strategischen Ziele erfolgt unterjährig in regelmäßigen Sitzungen, denen neben dem Vorstand die Geschäftsführer und Vorstände unserer Tochtergesellschaften beiwohnen. Im 2007 gegründeten »Ethics Council« werden Projekte mit den Schwerpunkten Ethik und Nachhaltigkeit besprochen, weiterentwickelt und verabschiedet. Aus den Beschlüssen der Führungsgremien werden die jeweiligen Bereichsziele abgeleitet.


Steuerung und Kontrolle

Die Soll-/Ist-Überprüfung finanzieller Steuerungskennzahlen durch unser konzernweites integriertes Beteiligungscontrolling inklusive Bericht an den Vorstand stellt sicher, dass Entwicklungen frühzeitig identifiziert werden, entsprechende Maßnahmen eingeleitet sowie Ziele an sich ändernde Markt- und Unternehmensentwicklungen angepasst werden können.

Als Instrument der Strategieumsetzung haben wir 2008 als kennzahlenbasiertes Steuerungsinstrument die Sustainability Balanced Scorecard (SBSC) weiterentwickelt. In Teilbereichen steuern wir das Unternehmen heute bereits nach den Zielen und Indikatoren der SBSC. Über das Berichtsjahr 2008 hinaus werden wir die SBSC weiter entwickeln und implementieren.

Da Nachhaltigkeit integraler Bestandteil der SOLARWORLD Unternehmensstrategie ist, bezieht die SBSC zusätzlich zur ökonomischen Zielsetzung (finanzielle Steuerungskennzahlen: Umsatz, EBIT, ROCE) ökologische und soziale Aspekte (nicht-finanzielle Steuerungskennzahlen: Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterbindung, CO2eq, etc.) ein. Dies beinhaltete 2008 die Ausarbeitung von konzernweiten Oberzielen, Leistungstreibern, Maßnahmen und Kennzahlen in enger Abstimmung mit den Fachbereichen. Die SOLARWORLD SBSC verfügt über fünf Perspektiven, die direkt aufeinander aufbauen: Finanzen, Kunden, Prozesse, Mitarbeiter, Gesellschaft.

Die kaskadenartige Verknüpfung der Perspektiven gewährleistet, dass die kausalen Wirkungen der einzelnen Faktoren auf den langfristigen Erfolg berücksichtigt werden. Beim Übergang zwischen den Perspektiven wird beantwortet, wie die identifizierten strategischen Ziele und Leistungstreiber der jeweils übergeordneten Perspektiven zu erreichen sind. So beziehen wir alle aufgeführten Faktoren über Ursache-Wirkungsketten in die ökonomische Unternehmensführung ein.


Nachhaltigkeitsmanagement bei der SOLARWORLD AG

Verknüpfung von Managementinstrumenten

Die Instrumente des SOLARWORLD Nachhaltigkeitsmanagements sind direkt mit weiteren Managementinstrumenten verknüpft, in denen 2008 jeweils eine Soll-/Ist-Überprüfung finanzieller und nicht-finanzieller Steuerungskennzahlen erfolgte:

Das Total Productive Management dient der kontinuierlichen Prozessoptimierung im Konzern und trägt zu einer beschleunigten Innovation bei. Somit ist es direkt mit der Prozessperspektive und indirekt mit der Kundenperspektive verknüpft: Das Total Productive Management wird ermöglichen, dass wir über Kostenreduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette und Erhöhung der Produkteffizienz in wenigen Jahren die erste Stufe der Netzparität erreichen werden.

Das Qualitätsmanagement ist eng mit der Kundenperspektive verknüpft. Oberstes Ziel: Dem Kunden ein qualitativ hochwertiges Produkt bieten, das seine Ansprüche erfüllt und sicher in der Handhabung ist. Der Verhaltenskodex (in Entwicklung) beinhaltet Abschnitte zu den Themen Produktqualität und Lieferantenkontrakte. Die SOLARWORLD arbeitet außerdem an einem Lieferantenkodex, der 2009 verabschiedet werden soll.

Das Customer Relationship Management ist ebenfalls der Kundenperspektive zuzuordnen: Wir wollen unseren Kunden den bestmöglichen Service bieten und gezielt auf Wünsche eingehen. In unserem Verhaltenskodex werden die Regeln für den Umgang mit unseren Geschäftspartnern dargelegt.

Das Umweltmanagement ist eng mit der Prozessperspektive verknüpft, da unsere Produktion – im Gegen- satz zu unserer Verwaltung – einen weitaus größeren Einfluss auf die Umwelt ausübt. Daher haben wir uns interne Ziele für die Ressourcennutzung in den Bereichen Energie, Wasser, Abfall und CO2eq-Emissionen gesetzt, die über die gesetzlichen Vorschriften hinaus gehen. Dem Thema Umwelt- und Ressourcenschutz wird im Verhaltenskodex ein gesamter Abschnitt gewidmet.

Unser Gesundheits- und Sicherheitsmanagement ist sowohl mit der Prozess- als auch der Mitarbeiterperspektive verbunden. So sorgen wir dafür, dass die Gesundheit unserer Mitarbeiter bei der Arbeit stets bestmöglich geschützt wird. Der Verhaltenskodex beinhaltet Abschnitte zu Gesundheit und Sicherheit. Es wird außerdem auf bereichs- und standortspezifische Handbücher weiterverwiesen.

Das Risikomanagement ist ein Instrument, das sämtliche Geschäftsbereiche erfasst. Risiken werden in allen Abteilungen konzernweit erfasst und können somit alle Perspektiven der SBSC betreffen. Über Frühindikatoren der SBSC lassen sich wiederum Risiken identifizieren. Der Verhaltenskodex behandelt im Detail Themen wie Korruptionsvorbeugung und -bekämpfung sowie weitere Aspekte guter Unternehmensführung (Corporate Governance). Eine nachhaltige Unternehmensentwicklung setzt ethisches Verhalten voraus: Die zehn Leitlinien der SOLARWORLD Ethik wurden 2008 vorbereitet und sollen Anfang des neuen Geschäftsjahres von der Unternehmensführung verabschiedet werden. Sie sollen unseren Mitarbeitern Orientierung bieten. Der konzernweite Verhaltenskodex soll den Mitarbeitern darüber hinaus konkrete Handlungsempfehlungen geben. www.solarworld.de/nachhaltigkeit


Interne Zielerreichung und Zielsetzung 2008/2009+

  Ziele 2008 Ist 2008 Ziele 2009+
Finanzen
  • Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT): Wachstum auf der Basis des bereinigten EBIT 2007 von 171 Mio. € zwischen 25 und 30%
  • Marge: Kompensation der erwarteten Preisdegression durch Skaleneffekte und Effizienzsteigerungen
  • Umsatz: Steigerung um 25 bis 30% auf der Basis des Umsatzes aus fortgeführten Aktivitäten
  • Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit: nachhaltige Generierung zur Wachstumsfinanzierung
  • Bereinigtes EBIT: 254,2 Mio. € (+48,4%)
  • EBIT-Marge (nicht bereinigt): 29,0% (+0,2 Prozentpunkte)
  • Umsatz: 900,3 Mio. € (+30,6%)
  • Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit: 320,5 Mio. € (+ 31,3%)
  • Umsatzziel: über Vorjahresniveau mit 1 Mrd. € als nächstem Etappenziel (Prämisse: eine sich stabilisierende gesamtwirtschaftliche Entwicklung)
  • Jahresergebnis davon abhängig, welche Preisdegression auf der Kostenseite aufgefangen werden muss und kann.
 
  • Beteiligung unserer Aktionäre am Unternehmenserfolg (mindestens gleichbleibend hoch)
  • Dividende 0,15 €/Aktie (Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung)
  • Beteiligung unserer Aktionäre am Unternehmenserfolg
       
Kunden
  • Ausbau der Produkt- und Systemkompetenz sowie unseres Servicegedankens unter der Marke SOLARWORLD
  • Neue Produkte: SUNTUB®, SUNTRAC®
  • Kundenzufriedenheit (Befragung im 4. Jahr in Folge) wurde 2008 bei über 70% der Kriterien gesteigert (Basis: Deutschland und USA)
  • Weiterentwicklung der Marke SOLARWORLD
  • Erneute Steigerung der Kundenzufriedenheit
 
  • Ausbau internationaler Vertrieb auch in neuen Geschäftsfeldern
  • Inbetriebnahme Modulproduktion in Südkorea
  • Großanlagen in Südkorea, Spanien
  • Projekte zur ländlichen Elektrifizierung (China)
  • Ausbau internationaler Vertrieb auch in neuen Märkten und Geschäftsfeldern mit Schwerpunkten US-amerikanischer Markt und ländliche Elektrifizierung
 
  • Auslandsquote: Erhöhung auf bis zu 60% (Vorjahr: 49%)
  • Auslandsquote: 54% (Vorjahr: 49%)
  • Auslandsquote: Stabilisierung auf Vorjahresniveau
       
Prozesse
  • Technologieentwicklung hin zu höheren Wirkungsgraden und reduzierten Kosten, um unsere Marktführerschaft weiter auszubauen und in wenigen Jahren Netzparität zu erreichen
  • Gestiegene Prozesseffektivität (bspw. reduzierter Sägedrahtdurchmesser im Waferprozess)
  • Überkompensierung der im EEG festgelegten jährlichen Degression von 5% durch interne Kostenreduktionen (in €/Wp)
  • Senkung des Ressourcenbedarfs (gemessen an Energie, Abfall, Wasser, CO2eq)
  • Mindestziel: Kompensation der EEG-Degression im Jahresdurchschnitt durch interne Kostenreduktion (in €/Wp)
  • ISO-14001-Zertifizierung der US-Produktionsstandorte (frühstens 2010)
 
  • Kapazitätsausbau für steigende Weltmarktnachfrage
  • Wafer: 600 MW Endjahreskapazität
  • Zelle: 260 MW Endjahreskapazität
  • Modul: 310 MW Endjahreskapazität

(nominal)

  • Kapazitätsausbau für steigende Weltmarktnachfrage:
    • Wafer: 1000 MW Endjahreskapazität
    • Zelle: 450 MW Endjahreskapazität
    • Modul: 450 MW Endjahreskapazität

(nominal)

       
Mitarbeiter
  • Gewinnung und Bindung qualifizierter Fach- und Führungskräfte:
    • Beschäftigungsausbau um 25%
    • Einleitung entsprechender Maßnahmen (Aus- und Weiterbildung, Anreize, Arbeitsbedingungen)
  • Trainings für Führungskräfte und Nachwuchsführungskräfte durchgeführt
  • Schaffung von 405 (Vorjahr: 138) Arbeitsplätzen (+28,5%); inklusive Leiharbeiter 544 (Vorjahr: 422)
  • Erhöhung der gewinnorientierten Mitarbeiterbeteiligung (GOMAB) an den deutschen Standorten
  • Arbeit am Verhaltenskodex
  • Gewinnung und Bindung qualifizierter Fach- und Führungskräfte:
    • Beschäftigungsausbau um rund 25%
    • Stärkung der Arbeitgeberattraktivität durch Employer Branding
    • konzernweite Führungskräfte- und Talententwicklung
    • Fertigstellung der Ethik und des Verhaltenskodex und Kommunikation an die Mitarbeiter
       
Gesellschaft
  • nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes entlang den Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales
  • Freiwillige Offenlegung: Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI, Carbon Disclosure Project
  • ISO-14001-Zertifizierung Standort Deutschland
  • Bewusstseinsschärfung Klimaschutz (Solaranlage für den Vatikan)
  • Forschungsförderung (SolarRacer, Einstein Award, Kooperation mit TUBA)
  • Beitrag regionale Entwicklung durch Solar2World-Projekte
  • Berücksichtigung der Interessen von Anspruchsgruppen: Freiwillige Offenlegung über Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI, Carbon Disclosure Project
  • Arbeit an weiteren ISO-Zertifizierungen (US Standorte)
  • Weiterführung:
    • Umsetzung bewusstseinsfördernder Maßnahmen in Bezug auf Klima- und Ressourcenschutz
    • Forschungsförderung: Ausbau der Kooperation mit Universitäten und Instituten
    • Beitrag zur regionalen Entwicklung über Solar2World-Projekte (not-for-profit)