China

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Deutschland

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Vatikan

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Afrika

Afrika


Spanien

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USA

USA


Markt- und Rahmenbedingungen

Konjunkturelles Umfeld

Die weltweite Realwirtschaft zeigte sich im 1. Halbjahr 2008 noch weitgehend unberührt von der in den USA ausgelösten Finanzkrise. Obwohl wichtige internationale Banken bereits in den Sog der US-Hypothekenkrise gerieten, expandierte die Wirtschaft in den ersten Quartalen 2008 noch. Wachsende Finanzierungsprobleme und die mangelnde Liquidität wichtiger Bankhäuser wirkten sich dann ab der 2. Hälfte des Jahres 2008 auch auf die Realwirtschaft aus. Das noch Ende 2007 prognostizierte weltweite BIP-Wachstum in Höhe von 5,1 Prozent konnte nicht erreicht werden. Die globale Wirtschaft wuchs nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nur noch um 2,7 (Vorjahr: 3,9) Prozent. Wachstumstreiber waren vor allem China, Indien und Russland.

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weltweites Solarwachstum

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Auslandsquote im Geschäftsjahr 2008

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Im Euroraum und den USA war dagegen nur ein sehr moderates Wachstum von 1,0 (Vorjahr: 2,6) beziehungsweise 1,2 (Vorjahr: 2,0) Prozent zu verzeichnen. Gründe dafür waren der sinkende Export, der schrumpfende Immobilienmarkt sowie die zunehmende Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe. Auch Deutschland blieb von den Auswirkungen der Finanzkrise nicht verschont. Aufgrund zurückgehender Exporte kam es zu einer Abkühlung des wirtschaftlichen Wachstums im 2. Halbjahr. So wuchs das deutsche BIP im Berichtsjahr nur um 1,6 (Vorjahr: 2,5) Prozent.

Der Weltstrommarkt

Auch das Weltenergiesystem litt unter dem negativen Wirtschaftsumfeld. Die Knappheit der Raffineriekapazitäten und die Abhängigkeit von den Fördermengen der OPEC-Staaten verschärfte sich in der 1. Hälfte 2008 und spiegelte sich in den Ölpreisen wider, die zwischenzeitlich eine ungeahnte Rekordhöhe von über 145 US-Dollar/Barrel erreichten. Das rasante Bevölkerungswachstum und der zunehmende Drang nach einem höheren Lebensstandard in den Entwicklungs- und Schwellenländern stellen eine zusätzliche Herausforderung an das Weltenergiesystem dar.


Entwicklung des durchschnittlichen Ölpreises // 2005 – 2008

Quelle: Mineralölwirtschaftsverband e.V., 2009

Höhere Energiepreise bei starker Volatilität. Die starke Volatilität der Energiepreise 2008, die bis zum Jahresende angesichts der sich abzeichnenden Rezession wieder auf 44,60 US-Dollar/Barrel sanken, zeigte deutlich, wie sensibel die Energiemärkte auf kurzfristige Marktentwicklungen reagieren: Das Ungleichgewicht zwischen einer hohen Nachfrage und einem knappen Angebot führte zu diesen heftigen Reaktionen.

Die Energiepreise waren 2008 mit einem Durchschnittsölpreis von 99,56 (Vorjahr: 72,18) US-Dollar/Barrel trotz der deutlichen Preisrückgänge der letzten Monate so hoch wie noch nie. 2008 zeigte, dass der aktuelle internationale Energieverbrauchstrend mit konventionellen Energiequellen ökologisch und sozial langfristig nicht tragbar ist.

Stromsektor dominiert Energieverbrauch. Dem Stromsektor als dem am stärksten wachsenden Energiebereich (vor Wärme und Verkehr) kommt hierbei eine zentrale Rolle zu. Während der Energieverbrauch insgesamt laut der Energy Information Administration (EIA) seit 1990 jährlich um durchschnittlich 1,9 Prozent wuchs, stieg die Strombereitstellung im gleichen Zeitraum um 2,9 Prozent pro Jahr. Dieser Trend dürfte sich auch ungeachtet der aktuellen Wirtschaftskrise fortsetzen, denn die wirtschaftliche Entwicklung ist eng an den Stromverbrauch gekoppelt. Aufstrebende Ökonomien wie China, Indien und Brasilien benötigen unentwegt mehr Energie zur Deckung ihres industriellen wie privaten Stromverbrauchs. Chancen Deshalb braucht die Welt energetische Ressourcen, aus denen sich gleichzeitig unerschöpflich wie auch ökologisch verträglich Strom gewinnen lässt.

Regenerative Energietechnologien holen auf. Vor diesem Hintergrund wächst weltweit die politische Unterstützung für regenerative Energietechnologien. Die EU-Mitgliedsländer bspw. haben vereinbart, ihren Treibhausgasausstoß bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu senken und parallel den Anteil erneuerbarer Energien am Strommix auf 20 Prozent zu steigern. US-Präsident Barack Obama hat weitreichende Initiativen für alternative Energien angekündigt. Der zukünftige Solarstrommarkt

Die Industrie hat das Wachstumspotenzial dieser Technologien erkannt und sich frühzeitig in diesem Zukunftsmarkt positioniert. 2008 waren steigende Investitionen in erneuerbare Energien zu verzeichnen – vor allem bei der Strombereitstellung. Nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) entfiel Anfang 2008 knapp ein Viertel der neu installierten Stromleistung weltweit auf erneuerbare Energien. Aktuell sind über 18 Prozent des weltweiten Strommixes laut Berechnungen der Internationale Energieagentur (IEA) auf alternative Stromtechnologien inklusive Wasserkraft zurückzuführen.

Innerhalb dieses Sektors verfügt Solarstrom über ein ausgezeichnetes Potenzial, zur tragenden Säule der weltweiten Strombereitstellung heranzuwachsen. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts liegen die durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten der neuen Kapazitäten bei Solarstrom mit rund 60 Prozent bedeutend höher als bei allen anderen erneuerbaren Energiequellen. Allein 2008 wuchsen die Investments im Solarstromsegment laut New Energy Finance um über 30 Prozent auf 31,0 (Vorjahr: 23,5) Mrd. US-Dollar. Das ist mehr als ein Viertel des gesamt investierten Kapitals in erneuerbare Energien.

Im Jahr 2008 wurden nach konservativen Schätzungen der European Photovoltaic Industry Association (EPIA) weltweit 4,2 Gigawatt (GW) Solarstromkapazität neu installiert (Vorjahr: 2,4 GW), damit können rund 4,2 Mio. Menschen mit Strom versorgt werden. Zum Vergleich: An Atomkraftkapazitäten wurden laut der World Nuclear Association im gleichen Zeitraum nur rund 2 GW neuer Leistung hinzu gebaut.

Der Solarstrommarkt

Netzparität in Sicht. 2008 war das Wachstum der Solarbranche zum Großteil durch die nationalen und regionalen Förderprogramme bestimmt, die derzeit noch als wichtiger Wachstumstreiber und Investitionsmotor für die Branche fungieren. Rechtliche und wirtschaftliche Einflussfaktoren Der Wendepunkt steht aber kurz bevor: Die Solarbranche ist nur noch wenige Jahre von der Netzparität entfernt, dem Zeitpunkt, an dem die Kosten pro Kilowattstunde (kWh) Solarstrom unter dem Strompreis der Endkunden liegen werden. Dann wird Solarstrom ohne Unterstützung durch staatliche Programme wettbewerbsfähig sein. Die EPIA prognostizierte 2008, dass dies in Deutschland und den meisten EU-Ländern bis zum Jahr 2015 geschehen wird. Ähnlich stellt sich die Situation in den Vereinigten Staaten dar: Eine Studie der US-amerikanischen Forschungsagentur Clean Edge Inc. von 2008 kommt zu dem Schluss, dass Solarstrom in der Mehrheit der US-Staaten 2015 ohne Förderung wirtschaftlich sein wird.

Regulatorische Unsicherheiten in Kernmärkten wie Deutschland, Spanien und den USA wie auch im aufstrebenden Markt Südkorea belasteten 2008 das Vertrauen der Investoren in die Branche. Im Umfeld dieser Änderungen wurde der Solarmarkt wiederholt von Euphorie- und Panikwellen geschüttelt. Die Abhängigkeit von Förderprogrammen zeigte, wie wichtig die Erreichung der Netzparität für ein stetiges Wachstum des Solarstrommarktes ist. Die Krise der Finanzmärkte und die damit verbundenen Engpässe bei der Kapitalbeschaffung belasteten den Solarstrommarkt zusätzlich.

Die rechtlichen Unsicherheiten wurden im Laufe des Jahres durch die Verabschiedung neuer Gesetze beseitigt, die die Rahmenbedingungen für die Solarindustrie über die nächsten Jahre festlegten. Damit wurde eine langfristige Investitionssicherheit in den solaren Kernmärkten gewährleistet. Der zukünftige Solarstrommarkt Zudem haben Länder wie Tschechien, Indien, Australien, Belgien und die Niederlande 2008 erstmalig Anreizsysteme zur Förderung von Solarstrom verabschiedet und bereits teilweise erfolgreich implementiert.

Angebot – Produktion und Kapazitäten deutlich gestiegen. Eine wichtige Voraussetzung für Netzparität ist die Optimierung der Herstellungsprozesse von Solarmodulen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wichtige Treiber dieser Entwicklung sind ein effizienter Materialeinsatz, höhere Zell- und Modulwirkungsgrade sowie die Erzielung von Skalen- und Lernkurveneffekten in den Produktionsprozessen.

Bei all diesen Faktoren sind der Industrie im vergangenen Jahr entscheidende Fortschritte gelungen. So haben die Hersteller laut EPIA in den vergangenen fünf Jahren die durchschnittliche Waferdicke um rund 45 Prozent reduziert. Durch weitere technologische Entwicklungen steigerten Hersteller im gleichen Zeitraum den durchschnittlichen kristallinen Zellwirkungsgrad um zwei Prozent auf 16,5 Prozent. Durch einen effizienteren Materialeinsatz ist es der Solarindustrie zudem gelungen, den durchschnittlichen Siliziumbedarf im Berichtsjahr um rund sieben Prozent auf 8,5 (Vorjahr: 9,1) g/Wp zu reduzieren.

2008 wurden die Gesamtfertigungskapazitäten für Silizium, dem wichtigsten Rohmaterial der Solarindustrie, intensiv ausgebaut. Sie stiegen laut einer Studie von Photon Consulting um rund 40 Prozent auf 71 (Vorjahr: 50) Tausend Tonnen. Nach deren Schätzungen hat die Solarindustrie 69 Prozent der weltweiten Siliziumproduktion in Anspruch genommen, während die Halbleiterindustrie – bis 2006 noch der Hauptabnehmer der Siliziumproduzenten – nur 31 Prozent der Gesamtproduktion verbrauchte. Somit verlagerte sich der Fokus der Siliziumhersteller auf die Solarindustrie.

Trotzdem reichten die verfügbaren Kapazitäten nicht, um den Siliziumbedarf der stark wachsenden Solarindustrie zu sättigen. Entsprechend volatil entwickelten sich 2008 die Spotmarktpreise, die zwischenzeitlich Rekordhöhen von über 400 US-Dollar/kg erreichten. Erst gegen Ende des Jahres wurden erste Entspannungstendenzen spürbar. Der durchschnittliche Spotmarktpreis für Silizium sank im Dezember 2008 auf rund 200 US-Dollar/kg. Attraktive Margen zogen neue Marktteilnehmer an, die in den kapital- und know-how-intensiven Siliziummarkt eindringen wollen. Der größte Teil dieser zusätzlichen Kapazitäten stand jedoch 2008 der Industrie noch nicht zur Verfügung.

Ähnlich wie im Siliziumsegment wurde 2008 vermehrt in den Ausbau der Produktionskapazitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Wafer, Zelle, Modul) investiert. Dies trieb wiederum die Branchenentwicklung hinsichtlich Kostenreduktion aufgrund von Skalen- und Lernkurveneffekten an.

Nach Schätzungen der EPIA (moderates Szenario) wurden in den Ausbau der Produktionskapazitäten für Solarwafer im Jahr 2008 rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr investiert. Auch in der Solarzellen- und Solarmodulproduktion stiegen die Investitionen in den Kapazitätsausbau um knapp 30 Prozent.

Das limitierte Angebot an Silizium begünstigte außerdem den Ausbau alternativer Solarstromtechnologien. Entsprechend wuchs laut Schätzungen der Sarasin Bank der Anteil von Dünnschichttechnologien am internationalen Solarmarkt auf knapp 20 (Vorjahr: 12) Prozent. Meistens werden Dünnschichtmodule für den Bau von Freiflächenanlagen eingesetzt, da sie aufgrund ihrer niedrigeren Effizienz (5 - 11 Prozent) größere Flächen im Vergleich zu silizium-basierten Solarmodulen (Effizienz 14 - 19 Prozent) benötigen. Diese niedrige Effizienz wird zwar durch die Installation von mehr Modulen kompensiert, diese erfordern aber mehr Fläche bei begrenzten Dachabmessungen, längere Installationszeiten sowie mehr Komponenten, so dass sich die niedrigeren Preise der Dünnschichttechnologien relativieren. Außerdem lässt die Nutzung problematischer Chemikalien wie Cadmium in einigen Dünnschichtmodulen ihren Einsatz auf Hausdächern ungeeignet erscheinen. Zudem sind die natürlichen Vorkommen der in der Dünnschichttechnologie eingesetzten Stoffe Tellur, Cadmium und Indium nicht ausreichend, um die weltweite langfristige Nachfrage nach Solartromtechnologie zu decken. Das von uns verwendete Silizium ist dagegen das am zweithäufigsten in der Erdkruste vorkommende Element.

Nachfrage – solare Absatzmärkte dynamisch. Ungeachtet des rasanten Produktionswachstums der Branche konnte das Angebot an Solarmodulen auch 2008 nicht mit der weltweiten Nachfrage nach Solarstromtechnologie mithalten. Der Markt blieb ein Anbietermarkt: Die Nachfrage überstieg stets das verfügbare Angebot. Teilweise wurde die Nachfrage durch Vorzieheffekte vorangetrieben, die durch die temporären Unsicherheiten über die Förderungshöhe in den wichtigen Kernmärkten ab 2009 verursacht wurden.

Dank der starken Nachfrage blieben Modulpreise im Jahresverlauf 2008 (Absenkung zu 2007 gemäß EEG) stabil. Die weltweite neu installierte Solarstromleistung wuchs um 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das globale Marktvolumen der Solarindustrie wuchs laut EPIA um 30 Prozent und erreichte einen Wert von rund 17 (Vorjahr: 13) Mrd. €. Somit behielt der Solarmarkt seine hohe Wachstumsdynamik bei.

Wachstumstreiber im Solarstrommarkt. Die wichtigsten Wachstumstreiber waren Spanien, Deutschland und die USA. Diese drei Märkte machten 2008 noch über 70 Prozent des weltweiten Solarmarktes aus.

Spanien avancierte im Jahr 2008 zum größten Absatzmarkt weltweit und löste Deutschland von seiner bisherigen Spitzenposition ab. Laut Angaben der spanischen Energiekommission (CNE) vervielfachte sich die neu installierte Solarstromleistung auf 1.970 (Vorjahr: 512) MW. Diese Rekordnachfrage war einer der wesentlichen Treiber für das starke Wachstum des weltweiten Solarmarktes 2008. Entscheidend für die außerordentlich hohe Nachfrage war das im Jahr 2007 verabschiedete Fördergesetz für Solaranlagen (»Real Decreto 661/2007«), das sehr gute Einspeisevergütungen für Dach- und Freiflächenanlagen festschrieb. Dank der hohen Sonneneinstrahlung Spaniens entwickelte sich der Bau von Solaranlagen zu einem attraktiven und sicheren Investment mit Renditen zwischen 14 und 15 Prozent. Investoren, vor allem im Großanlagensegment, nutzten die bis September 2008 geltenden hohen Vergütungen, um von den starken Renditen zu profitieren. So machte 2008 der Bau von solaren Großkraftwerken rund 90 Prozent der neu installierten Leistung Spaniens aus und verursachte enorme Vorzieheffekte. Die Zahlungsbereitschaft spanischer Investoren für Solarmodule war dadurch laut Angaben der Deutsche Bank bis zu 35 Prozent höher als im internationalen Vergleich.

Der deutsche Markt mit etablierten und ausgereiften Distributionskanälen sowie zügigen Genehmigungsverfahren blieb weiterhin ein wichtiger Solarmarkt weltweit. Zwar erreichte Deutschland aufgrund der extrem hohen spanischen Solarmarktentwicklung nur den zweiten Platz im Bereich der neu installierten Leistung, jedoch behielt das Land die höchste kumulierte Solarstromleistung weltweit: 5.362 (Vorjahr: 3.862) MW. Das Marktvolumen stieg laut Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) auf 7,7 (Vorjahr: 5,7) Mrd. €. Insgesamt wurden rund 1.500 (Vorjahr: 1.135) MW neu installiert.

Der US-Solarmarkt war gemäß Schätzungen der Sarasin Bank mit einer neu installierten Leistung von rund 340 (Vorjahr: 207) MW und einem Wachstum von knapp 64 Prozent gegenüber 2007 der drittgrößte Solarmarkt 2008. 158 (Vorjahr: 78) MW dieser zusätzlichen Leistung wurden in Kalifornien im Rahmen der »California Solar Initiative« installiert. New Jersey, Massachusetts und Colorado waren nach Kalifornien die wichtigsten Wachstumstreiber auf dem US-Solarmarkt.


Historische Entwicklung unserer Hauptabsatzmärkte // 2004 – 2008

Quelle: IEA-PVPS, 2008; CNE, 2009; BSW, 2009

In den Kernmärkten (Deutschland, Spanien und den USA) wurden im Jahre 2008 neue Förderbedingungen, die ab 2009 greifen, verabschiedet. Der zukünftige Solarstrommarkt

Im Jahr 2008 konnten sich weitere Märkte wie Italien, Südkorea, Frankreich, Belgien und Griechenland fortentwickeln. Vor allem Italien und Südkorea erreichten mit zunehmender Erfahrung der Marktteilnehmer hoch-dynamische Wachstumsraten, unterstützt auch durch eine Verkürzung der Genehmigungsverfahren und eine Optimierung der Vertriebswege. Zudem wurden in neuen Solarmärkten wie Tschechien, Indien, Australien und den Niederlanden 2008 Gesetze für die Förderung von Solarstrom verabschiedet, die die Grundstrukturen für Investitionen in Solarenergie schafften.


Auswirkungen der Rahmenbedingungen auf den Geschäftsverlauf 2008

Das Jahr 2008 war, trotz der negativen Einflüsse der Finanzkrise in der 2. Jahreshälfte, ein außerordentlich dynamisches Jahr für die Solarindustrie. Angetrieben durch das günstige Investitionsumfeld in den Kernmärkten Deutschland, USA und Spanien stieg die solare Nachfrage deutlich stärker als erwartet. Gleichzeitig verstärkte sich der Wettbewerbsdruck.

Insgesamt war 2008 ein erfolgreiches Geschäftsjahr für unseren Konzern. Wir nutzten das positive Marktumfeld für unser Wachstum. Über Vorsprung und Qualität sowie verlässliche und langfristig ausgerichtete Kundenbeziehungen stellten wir uns dem steigenden Wettbewerb im Solarsektor. In Deutschland, USA und Südkorea stärkten wir unsere Vertriebswege und bauten unsere Produktion aus. Das Resultat: Unsere Internationalisierungsstrategie griff planmäßig – den Absatz in den neuen Märkten außerhalb Deutschlands konnten wir deutlich ausbauen.

 


Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr
  • Internationale Wachstumsziele im Plan - Auslandsgeschäft überproportional gestiegen. Die konzernweiten Auslandsumsätze (alle Märkte außerhalb Deutschlands im Wafer-, Zell-, Modul-, Bausatz-/System- Geschäft) sind im Berichtsjahr überproportional um 44,4 Prozent auf 486,2 (Vorjahr: 336,8) Mio. € gestiegen. In Deutschland konnten wir den Umsatz um 17,3 Prozent auf 413,8 (Vorjahr: 352,8) Mio. € steigern.
     
  • Fertigungskapazitäten in neuen Märkten ausgebaut. Unsere Marktstellung in dynamischen Zielmärkten, wie den USA oder Asien, konnten wir ein entscheidendes Stück voranbringen: Im 4. Quartal nahm die integrierte monokristalline Wafer- und Zellfertigung in Hillsboro/USA den Betrieb auf und auch die neue Modulfertigung in Camarillo/USA startete die Produktion in der 1. Jahreshälfte. Damit rangieren wir als der größte vom Wafer bis zum Modul produzierende integrierte Solarkonzern im Land; eine starke und Erfolg versprechende Ausgangssituation für weiteres Wachstum in einem sich der erneuerbaren Energiewirtschaft öffnenden Markt.
    Zukünftige Markt- und Rahmenbedingungen


    In Südkorea haben wir – seit der Vertragsunterzeichnung im Februar 2008 – unsere Pläne zum Aufbau einer Modulproduktion nach nur zehn Monaten Bauzeit im 4. Quartal erfolgreich abgeschlossen. Damit verfügen wir über ein logistisches Zentrum in einem der zurzeit am stärksten wachsenden asiatischen Solarmärkte für Netzanwendungen und über eine gute Startposition im gesamten asiatischen Solarstrommarkt. Unsere Asien-Aktivitäten laufen unter Federführung der SOLARWORLD KOREA LTD., einem Joint Venture der SOLARWORLD AG mit der SOLARPARK ENGINEERING CO. LTD./seoul, an dem beide Partner mit jeweils 50 Prozent beteiligt sind.
  • Start für ökologisch effiziente Siliziumherstellung. Vor dem Hintergrund unserer umfangreichen Ausbaupläne ist es uns gelungen, ein nachhaltiges Fundament für die Rohstoffbeschaffung aufzubauen. Am 8. August 2008 sind wir mit einem eigenen Verfahren zur Herstellung von Solarsilizium, dem strategisch relevanten Rohstoff der Solarindustrie, in Produktion gegangen. Das in Rheinfelden/ Deutschland mit der Evonik Degussa GmbH gegründete Joint Venture – JOINT SOLAR SILICON VERWALTUNGS GmbH (jssi) – produziert Solarsilizium nach einem deutlich energiesparenderen Prozess.
     
  • Langfristiger Auftragsbestand gestärkt. 2008 wuchs der Auftragsbestand bis 2018 allein im Wafergeschäft durch Lieferverträge für Solarzellen an Kunden aus Asien und Europa mit unserer Wafermarke SOLSIX® auf sieben Mrd. €.
     
  • Produktionsstruktur verschlankt. Konzernweit haben wir uns auf technologisch führende Produktionsstätten in den für uns strategisch entscheidenden Märkten konzentriert. Vor diesem Hintergrund haben wir zu Beginn des Geschäftsjahres 65 Prozent der Anteile unserer schwedischen Tochtergesellschaft GÄLLIVARE PHOTOVOLTAIC AB (gpv) an Borevind AB veräußert. Der erzielte Kaufpreis der Modulfertigung lag insgesamt bei 20,5 Mio. €, wovon eine Restkaufpreiszahlung von 5,8 Mio. € im Januar 2009 erfolgte, zuzüglich Zulieferverträge. Über diese haben wir uns die Möglichkeit gesichert, während der kommenden Jahre Module zu beziehen.
     
  • Absicht einer Angebotsunterbreitung. Transport stellt einen erheblichen und wachsenden Anteil am Weltenergiebedarf (28 Prozent) dar. Eine große Verantwortung kommt hierbei der Automobilindustrie zu. Sie muss verstärkt zukunftsfähige Transportmittel entwickeln und auf den Markt bringen. Im November 2008 beteiligte sich die SOLARWORLD AG an der öffentlichen Diskussion über nachhaltige Transportkonzepte. In einer Corporate News berichtete die SOLARWORLD AG von ihrer Absicht, dem in eine Notlage geratenen US-amerikanischen Automobilkonzern General Motors (GM) ein Übernahmeangebot für die vier deutschen Opel-Werke und das Opel-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim zu unterbreiten. Nach Vorstellung der SOLARWORLD AG sollte bei der Adam Opel GmbH eine neue Fahrzeuggeneration mit energieeffizienten und emissionsarmen Antrieben produziert werden. General Motors lehnte ab.


Beschaffung

Materialaufwandsquote gesunken. Im Berichtsjahr machte der Materialaufwand mit 454,1 (Vorjahr: 333,7) Mio. € einen Anteil von 49,2 (Vorjahr: 49,6) Prozent von der Gesamtleistung aus. Damit ist die Materialaufwandsquote um 0,4 Prozentpunkte gesunken.

Aufgrund stark steigender Rohstoffpreise und aufgrund von Kapazitätsengpässen setzte im Berichtsjahr ein Trend zu Preiserhöhungen ein. Diesen konnten wir abmildern, teils sogar eliminieren. Gelungen ist uns dies durch Skaleneffekte, vor allem aber durch den Abschluss von Langfristversorgungsverträgen, größere Einkaufsmengen, Kapazitätsreservierung und klarer Lieferantenstrukturierung für strategisch wichtige Produkte teilweise bis ins Jahr 2012. Die steigenden Rohstoffpreise beziehen sich auf Verbrauchsmaterialien: Hierbei zu nennen sind zum einen Aluminium, Kupfer, Silber als Bestandteile von Rahmen, Kabeln, Zellverbindern, Pasten sowie Halbfertigfabrikate, wie Rohgrafite, als auch organische und anorganische Chemikalien. Die Siliziumpreise im Rahmen von Langfristkontrakten waren im Berichtsjahr recht stabil. 

Die Versorgung der Fertigungsstandorte mit Rohstoffen und mit den entsprechenden Verbrauchsmaterialien war 2008 zu jedem Zeitpunkt sichergestellt. So können beispielsweise aus der vertraglich zugesicherten Siliziummenge eines im 1. Quartal mit dem koreanischen Siliziumproduzenten DC Chemical Co. Ltd. (DCC) abgeschlossenen Liefervertrages Wafer mit einer rechnerischen Gesamtproduktionsleistung von 600 MW hergestellt werden. Ferner schlossen wir einen weiteren Kontrakt über die Lieferung von Solarsilizium bis 2016 im Wert von 580 Mio. US-Dollar, der den Waferausbau in Freiberg und Hillsboro unterstützt.

Für die neue Modulproduktion in Südkorea wurde ebenfalls im Berichtsjahr ein Langfristvertrag mit dem koreanischen Waferproduzenten Nexolon Co. Ltd. abgeschlossen, der die Grundversorgung der neuen Modulproduktion in Südkorea ab 2009 sichern wird. Der Kontrakt sieht die Versorgung mit 420 MW Wafern für sieben Jahre vor.

Intern stärken wir unsere Beschaffungsposition bei den Vorprodukten Wafer und Zelle durch unsere integrierte Produktion. Rund die Hälfte unserer produzierten Wafer verarbeiten wir konzernintern zu Zellen und Modulen weiter. Darüber sichern wir die Stabilität unseres Geschäftes und unser Wachstum.

Konzernweite Organisation gewährleistet Effizienz. Der Einkauf ist über unser zentrales konzernweites Beschaffungsmanagement am Produktionsstandort Freiberg/Deutschland organisiert. Purchasing Manager in den USA und Südkorea flankieren den konzernweiten Einkauf. Die Arbeitsinhalte der Einkaufsteams sind Materialgruppen bezogen angelegt und gewährleisten so effiziente und kurze interne Informationswege.

Qualitäts- und Umweltanspruch – Supplier Capital. Nach einer internen Lieferantenbefragung vom August 2008 sind 77,5 Prozent unserer Lieferanten nach ISO 9001 im Bereich des Qualitätsmanagements zertifiziert und 30 Prozent nach ISO 14001 umweltzertifiziert. Zudem schließen wir Qualitätssicherungsvereinbarungen mit unseren Lieferanten ab. Darüber minimieren wir unsere eigenen Wareneingangsprüfungen, reduzieren das Risiko entlang der Lieferantenkette hinsichtlich erforderlicher Umwelt- und Qualitätsstandards, senken darüber wiederum die Kosten und untermauern den Qualitäts- und Umweltanspruch der Marke SOLARWORLD gegenüber unseren Kunden.


Strategische Rohstoffaktivitäten

Konzernwachstum durch Rohstoffaktivitäten gesichert. Silizium, der wichtigste Rohstoff für die Solarbranche, unterlag im Berichtsjahr heftigen Preisschwankungen. Der Solarstrommarkt Über langfristige, teils in den vergangenen Jahren abgeschlossene Siliziumverträge konnten wir ein Durchschlagen der Volatilitäten auf unsere Einkaufspreise minimieren. Mit einer eigenen Siliziumproduktion und unseren Recyclingaktivitäten ist es uns zudem gelungen, unsere Rohstoffposition und -kosten weiter zu stabilisieren. Unsere Waferproduktion 2008 sowie weitere Ausbaupläne sichern wir über drei unabhängige Säulen (1. Siliziumproduktion, 2. Recycling, 3. Externe Beschaffung).

Eigene Siliziumproduktion gestartet. Unter dem Dach der SUNICON AG bündeln wir unsere konzerneigenen Rohstoffaktivitäten. Im Rahmen des Joint Ventures JOINT SOLAR SILICON VERWALTUNGS GmbH (jssi) mit der Evonik Degussa GmbH (solarworld: 49 Prozent) bewerten und entwickeln wir Verfahren hinsichtlich ihrer Durchführbarkeit und Wirtschaftlichkeit in der industriellen Siliziumfertigung.

2008 hat jssi die Siliziumproduktion aufgenommen. Das bisher einzigartige jssi-Verfahren, basierend auf Monosilan, ist extrem energieeffizient, denn es spart im Vergleich zur herkömmlichen Siliziumherstellung bis zu 90 Prozent der benötigten Energie ein. Diese günstige Energieeffizienzbilanz war einer der Gründe, weshalb die SOLARWORLD im Berichtsjahr den deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie »Produktion « erhielt. Die Marke

Ein weiteres Plus: Die Investitionskosten für dieses Verfahren liegen deutlich unter denen des bisher gebräuchlichen Siemens-Verfahrens. Das neuentwickelte Abscheideverfahren ist mit vier Patenten geschützt. Alle Rechte liegen exklusiv bei der jssi, deren Rahmenbedingungen in einem Grundlagenvertrag geregelt sind. Die Evonik Degussa GmbH stellt zum einen das Vorprodukt Monosilan und ist zum anderen im Rahmen des Joint Ventures Partner bei der Errichtung der Abscheideanlage zur daraus folgenden Herstellung von Solarsilizium der Marke sunsil®. Das Joint Venture sichert uns damit günstiges Silizium auch in Zeiten teuren und knappen Siliziums. Am 8. August startete die industrielle Produktion mit einer geplanten nominalen Jahresendkapazität von 850 t. Mit Anfahren der Anlage wurden die Produktionsmengen sukzessive bis zum Jahresende hochgefahren, so dass wir 2008 erstmals rund 46 t Solarsilizium aus dieser internen Rohstoffquelle bereitstellen konnten. Zur weiteren Veredelung des sunsil® Produktes wurden drei Verdichtungsprozesse entwickelt, die schon 2009 in die Produktion überführt werden. Über die Abnahme des Vorproduktes Monosilan haben die Evonik Degussa GmbH, die jssi und die SOLARWORLD AG Zehn-Jahres-Verträge abgeschlossen. So sichern wir uns langfristig die Grundlage für unsere Siliziumfertigung.

In einer weiteren Verfahrensentwicklung arbeiten wir an der Herstellung von solarem Silizium aus aufbereitetem metallurgischem Silizium. Das Reinigungsverfahren im Rahmen des Joint Venture SCHEUTEN SOLARWORLD SOLICIUM GmbH am Standort Freiberg ist eine Neuentwicklung. Mittels verschiedener Verfahrensschritte werden Bor und Phosphor eliminiert und Silizium als Vorprodukt für die anschließende Waferblockherstellung aufbereitet.

Recycling für die Rohstoffsicherung. Mit der Breite unserer Recyclingaktivitäten nehmen wir eine weltweit führende Marktstellung ein. Unsere Aktivitäten reichen von Nebenprodukten der Solar- sowie Halbleiterherstellung und -verarbeitung, über Wafer- und Zellbruch bis zum Recycling aller handelsüblichen Solarmodule. Produktionsabschnitte, die in der Wafer- und Säulenfertigung anfallen, werden ebenfalls vollständig rückgeführt.

Zellen und Module aus recycelten Wafern erfüllen die gleichen Qualitäts- und Leistungskriterien wie Module aus nicht recycelten Rohstoffen. Uns ist es gelungen, die internen Recyclingprozesse zunehmend zu automatisieren und damit kosteneffizienter zu gestalten; so wurden beispielsweise 2008 eine vollautomatische Feinkornätzanlage und eine Sortierstrecke genutzt. Ein weiterer Vorteil: Der Energieeinsatz im Recycling liegt deutlich unter dem in der Primärsiliziumherstellung. Die Kosten für das Aufbereiten des Sekundärsiliziums liegen zwischen zehn und 50 Prozent der Rohstoffeinkaufpreise (ohne Spotmarktgeschäfte), so dass 2008 auch das Recycling dazu beitrug, die mittleren Rohstoffkosten des Konzerns zu senken.

2008 konnten wir die Wareneingangskontrollen und Analysenprozesse optimieren und neue Aufbereitungstechnologien einsetzen: Dadurch ist ein breiteres Spektrum an Recycling-Material nutzbar. Im Berichtsjahr haben wir das Aufbereitungsergebnis von ca. 900 t sowie eine konstante Materialqualität gehalten – trotz des zunehmend komplexeren Rohstoffmixes und des gestiegenen Aufwands. solarmaterial arbeitete unter voller Auslastung. Insgesamt steht eine nominale Ätzkapazität von 1.200 t p.a. zur Verfügung.

Als Dienstleistung für externe Kunden bieten wir Recycling von der Aufbereitung bereit gestellter Rohstoffe bis zur Block- und Waferherstellung. Rund ein Drittel des Umsatzes aus dem Recyclingbereich generieren wir auf diese Weise, die Priorität liegt aber auf der konzerneigenen Rohstoffversorgung: Unser Recycling trägt rund 20 Prozent der Rohstoffversorgung des Konzerns.

Ergänzend zum konzerninternen Engagement gehören wir zu den Mitinitiatoren des 2007 gegründeten und in Brüssel ansässigen Vereins PV CYCLE. www.pvcycle.org  Zu den Aufgaben des Vereins gehören die Schaffung eines freiwilligen europäischen Rücknahmesystems von Solarstrommodulen sowie die Absicherung eines sachgerechten Recyclings. PV CYCLE repräsentiert heute etwa rund 70 Prozent der europäischen Modul- und Solarzellenhersteller. Mit seinen Aktivitäten greift der Verein den angekündigten gesetzlichen Rücknahmeverpflichtungen vor und schafft eine auf Eigeninitiative basierende Herstellerverantwortung für den gesamten Produktlebenszyklus. Chancen

 


Geschlossene Wertkette im SOLARWORLD Konzern

Quelle: PV-Cycle-Basisgraphik

Produktion

Solarstromtechnologie vom Wafer bis zum Modul. Unsere Fertigung reicht wertschöpfungsübergreifend vom Wafer bis zum fertigen Modul. Das schafft eine hohe Prozesstransparenz und erleichtert die Prozesskontrolle und -optimierung. Dadurch senken wir unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten den Ressourceneinsatz. Zudem verfügen wir so über zusätzliche Stellschrauben zur Steigerung der Leistungs- und damit auch der Wettbewerbsfähigkeit unserer Produkte. Über diese Wertschöpfung erreichen wir jährlich innerbetriebliche Kosteneffekte, mit denen wir die von Gesetz vorgegebene Degression weitgehend kompensieren können. Rechtliche und wirtschaftliche Einflussfaktoren Wir verfügen weltweit über drei Produktionsstandorte und produzieren direkt in unseren Kernmärkten in Europa, in den USA und in Asien: Das hält die Transportwege kurz und die Logistikkosten niedrig.

Die Waferfertigung ist die Stufe im solaren Wertschöpfungsprozess, die den höchsten Einsatz von Kapital und Know-how erfordert. Wir besitzen in diesem Bereich eine langjährig gewachsene Kompetenz und haben eine marktführende Stellung erreicht – das sichert uns heute entscheidende Wettbewerbsvorteile. Die Waferfertigung ist für den Konzern zudem ein werthaltiges Geschäft.

Neue Produktionsstandorte aufgebaut, bestehende erweitert. In den USA haben wir uns 2008 den Marktzugang über den Aufbau einer integrierten Produktion vom Silizium bis zum Modul geschaffen. Nach einer reibungslosen und nur 18 Monate dauernden Aufbauphase konnten wir an unserem neuen US-Standort Hillsboro eine hochmoderne Wafer- und Zell-Fertigung in Betrieb nehmen. Damit sind wir heute der größte vom Wafer bis zum Modul produzierende Solarstromtechnologiekonzern in den USA. Der offizielle Startschuss für die Produktion erfolgte am 17. Oktober. Optimale Standortbedingungen, unser konzerneigenes »Intellectual Capital« sowie unser spezielles Technologie- und Prozesswissen aus der Freiberger Fertigung haben den Ausbau in diesem kurzen Zeitfenster möglich gemacht. Mitarbeiter

Camarillo ist für uns ein weiterer strategisch bedeutsamer US-Standort – aufgrund der logistischen Nähe zum wichtigen kalifornischen Endkundenmarkt. Dort konnten wir Mitte 2008 unsere technologisch komplett überarbeitete Anlagentechnik für die Modulproduktion in Betrieb nehmen. Damit arbeiten wir nun konzernweit auf dem gleichen hohen technologischen Niveau.

Ein weiterer strategischer Vorstoß in neue Märkte ist uns 2008 mit dem Aufbau einer Modulproduktion in Südkorea in weniger als einem halben Jahr gelungen. Zum Ende des Berichtsjahres wurde die Fertigung angefahren und die Anfangskapazität sukzessive erreicht. Das hohe Prozess- und Anlagen-Know-how beider Joint-Venture-Partner ermöglichte den Aufbau einer modernen, vollautomatisierten Modulfertigung in diesem kurzen Zeitrahmen. Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr

In unserer Zellfertigung am deutschen Standort Freiberg konnten wir unsere Kapazität von 160 MW in 2008 voll auslasten. Unsere Modul-Kapazitäten haben wir in Freiberg von 120 auf 140 MW hochgefahren – realisieren ließ sich das durch Rationalisierungsinvestitionen in technologisch verbesserte Anlagen der Produktionslinien. Für den geplanten Ausbau im Waferbereich um 250 MW bis Ende 2009 wurden die Bauarbeiten im neuen Gewerbegebiet Ost in Freiberg Mitte des Geschäftsjahres begonnen.


Konzernweite, nominale Jahresendkapazitäten – Ausbau 2008 // in MW

Handel mit Modulen und Systemen

Vertriebsstrategie – Qualität und abgestimmte Systemtechnik. Wir positionieren uns mit unseren Modulen und Systemen als Qualitätsanbieter im Volumensegment der Solarstromtechnologie. Entsprechend der konkreten Anforderungen einzelner Märkte feilen wir kontinuierlich an stets ausgereiften Systemen. Über die Systemkompetenz schaffen wir für unsere Marke einen Mehrwert. Forschung und Entwicklung Unsere Philosophie baut drauf, unsere Kunden in unser Wachstum einzubinden. Unsere direkten Kunden sind der Groß- und Einzelhandel, über den wir die Installateure erreichen, die ihrerseits unsere Module und Bausätze an den Endkunden verkaufen.

Starkes Wachstum unseres Auslandsgeschäftes. Das starke Marktwachstum 2008 konnten wir für die Ausweitung unseres internationalen Modul- und Bausatzgeschäftes nutzen. So stieg der Anteil unseres Absatzes außerhalb Deutschlands im Handelsgeschäft auf 54 (Vorjahr: 48) Prozent an. Deutschland blieb weiterhin unser stärkster Absatzmarkt.

Bis Ende des 3. Quartals 2008 profitierten wir von der intensiven Nachfrage und hohen Preiszahlungsbereitschaft im spanischen Solarmarkt. Der Solarstrommarkt Das Land war 2008 nach Deutschland unser wichtigster Handelsabsatzmarkt und ein bedeutender Wachstumstreiber unseres Auslandsgeschäfts. Trotz der außerordentlich hohen Modullieferung für das Großprojekt in Extremadura konnten wir genug Mengen bereitstellen, um unsere Position im spanischen Dachanlagenmarkt strategisch auszubauen. Auch in Italien konnten wir unseren Absatz um über 60 Prozent steigern und unsere Partnerschaften im Vertrieb strategisch ausbauen. Italien ist einer der wichtigsten jungen Solarstrommärkte Europas. In Frankreich, Benelux, Griechenland und Tschechien – allesamt noch recht neue Märkte – konnten wir unser Kundenportfolio auf eine schöne Basis für weiteres Wachstum stellen: Unseren Umsatz vervielfachten wir hier deutlich.

Außerhalb Europas blieben die USA unsere wichtigster strategischer Auslandsmarkt und nach Deutschland und Spanien unsere drittgrößte Handelsregion. Unser ursprüngliches Ziel, den Absatz von Modulen und Bausätzen zu verdoppeln, konnten wir 2008 übertreffen. Wichtigstes Absatzgebiet in den USA war weiterhin Kalifornien. Dank unserer Modulfertigung sowie unserer Vertriebsniederlassung in Kalifornien konnten wir uns zusätzliche Marktanteile zum Vorjahr sichern. Ein weiterer Standortvorteil: Über die logistische Nähe zu diesem wichtigen sonnenverwöhnten Endkundenmarkt konnten wir unsere Transportkosten senken.

Unseren Handelsabsatz in Asien konnten wir im Berichtsjahr zweistellig ausbauen. Treiber war der südkoreanische Markt, in dem wir über ein Großprojekt unsere Position als einer der Marktführer ausbauen und unseren Absatz mehr als verdoppeln konnten.

Auf dem afrikanischen Kontinent konnten wir unsere Kompetenz als SOLARWORLD insbesondere durch netzferne Solaranlagen unter Beweis stellen. Unserem Vertriebsteam in Kapstadt/Südafrika ist es gelungen, den Marktanteil deutlich zu steigern.

Anlagenkompetenz bei Solar-Megawatt-Parks ausgeweitet. 2008 konnten wir unsere Kompetenz im Projektieren und Bauen von Großanlagen erfolgreich unter Beweis stellen: In einem Konsortium aus Deutsche Bank AG, der spanischen ecoEnergias und der SOLARPARC AG stellten wir im 3. Quartal einen 30 MWp starken Solarpark in der südwestspanischen Autonomen Gemeinschaft Extremadura fertig und brachten ihn im September ans Netz. Besonderheit dort: Die Anlage ist mit nachgeführter Solarstromtechnologie, sogenannten Trackern, ausgestattet.

Zudem haben wir im Auftrag unseres südkoreanischen Partners SOLARPARK ENGINEERING CO. LTD. einen der größten asiatischen Solarparks mit Solarstromtechnologie ausgerüstet. Im Vatikan baute die SOLARWORLD 2008 auf der päpstlichen Audienzhalle eine 220 kWp große Solarstromdachanlage.

 


Ausgesuchte Großkraftwerke mit SOLARWORLD Technologie // 2008 realisiert 1)

OrtGesamtgröße der Anlage (in kWp) Anzahl der verbauten SOLARWORLD Module Menge des jährlich erzeugten Stroms (in kWh)Menge des jährlich eingesparten CO2 (in t) Anzahl der Personen, die mit diesem Strom versorgt werden können 3)
Spanien 30.000166.00057.000.00038.76057.000
Südkorea15.00085.00023.500.00015.98023.500
Vatikan 2)2202.400 300.000204300
Deutschland2.20012.000 2.200.0001.4962.200
1) Die spezifischen Erträge der Anlagen variieren je nach Leistungsklassen der verbauten Module sowie der Dauer und Intensität der Sonneneinstrahlung in den jeweiligen Ländern. Die durch die Anlagen jährlich eingesparten CO2-Mengen sind abhängig vom Energiemix des jeweiligen Landes. 
2) nicht umsatzwirksam
3) Annahme: jährlicher Verbrauch von 1.000 kWh pro Person

Neukundengewinnung auf internationalen Fachmessen. Der weltweit gestiegenen Nachfrage nach Solarstromprodukten sind wir durch eine internationale Präsenz auf 15 (Vorjahr: 14) Fachmessen begegnet. Dabei waren wir verstärkt auch im Zukunftsmarkt USA aktiv. Weltweit konnten wir unsere Position als Waferlieferant, Recycling-Dienstleister und integrierter Modul- und Systemproduzent bei neuen und bereits bestehenden Kunden festigen.

Unsere Produkt- und Systemkompetenz haben wir im Berichtsjahr mit mehreren Messeneuheiten unter Beweis gestellt und ausgebaut. Vorgestellt wurden SUNTUB®, SUNTROL® und SUNTRAC® sowie die neuen SUNKIT® Bausätze, die speziell für die Flachdacharchitektur im südeuropäischen Raum entwickelt wurden.

Customer Relationship Management – Kundenzufriedenheit ausgebaut. Unsere Kundennetzwerke stellen für uns eine strategische Ressource dar, in die wir nachhaltig investieren. Gerade in Krisenzeiten ist es unabdingbar, als fairer und verlässlicher Partner aufzutreten. Genauso fordern wir wiederum Fairness und Verlässlichkeit von unseren Geschäftspartnern ein. Unsere Vertriebsstrategie, die sich auch in Zeiten erhöhter Nachfrage und knappen Angebots stets an dem Leitsatz orientiert »Wir machen unsere Kunden erfolgreich«, hat sich 2008 in Form stabiler Kundenbeziehungen ausgezahlt.
2008 haben wir unser SOLARWORLD Fachpartnernetz quantitativ als auch qualitativ durch Händlerschulungen deutlich ausgebaut. Die SOLARWORLD Planungssoftware suntool® wurde auf Basis der ermittelten Kundenanforderungen und -wünsche weiterentwickelt, die Dokumentenausgabe verbessert und die Rechengeschwindigkeit erhöht.

Unsere jährliche internationale Handelskundenbefragung dient als Teil des Qualitätsmanagements dem Ziel, Stärken und Schwächen zu identifizieren sowie insbesondere unseren Kundenservice zu optimieren. Das Abfrageprofil ermittelt die Zufriedenheit mit dem Service des Sales Teams, mit dem Lieferservice, mit der Produktqualität auch im Abgleich zu Mitbewerbern sowie den Umgang bei Reklamationen. Im Berichtsjahr konnten wir an allen großen Standorten unsere guten Ergebnisse aus dem Vorjahr halten und teilweise deutlich verbessern.


Qualitäts- und Umweltmanagement

Umweltpolitik ist ein integraler Bestandteil unserer Qualitätspolitik. Durch ein integriertes Qualitätsund Umweltmanagement begegnen wir Risiken in der Prozesskette und gewährleisten konzernweite Qualitäts-, Prozess- und Umweltstandards mit entsprechenden Effizienzgewinnen. Zielvereinbarungen und daraus abgeleitete Maßnahmen werden jährlich festgeschrieben. Unternehmenssteuerung und -kontrolle

Erfolgreiche Zertifizierungen im Berichtsjahr. Mit der im Berichtsjahr erfolgten Zertifizierung unseres Vertriebsbüros in Singapur nach dem Qualitätsstandard ISO 9001 arbeiten nun nahezu alle SOLARWORLD Standorte nach diesem anerkannten Standard. Einzige Ausnahmen: Hillsboro (USA) und Südafrika. An unserem neuen US-amerikanischen Produktionsstandort Hillsboro streben wir bereits die Zertifizierung an – zeitnah nach dem vollständigen Hochfahren aller Prozesse. Im Rahmen unseres Qualitätsmanagementsystems wird auch die Produktqualität unserer externen Lieferanten permanent geprüft. Über regelmäßige Auditierungs- und Bewertungsverfahren gewährleisten wir eine stabile und hohe Qualität der Erzeugnisse und Waren unserer Zulieferer. Beschaffung

Unsere internen Prozesse in Bonn und Freiberg wurden zudem auf Umweltrelevanz geprüft und bewertet. 2008 erfolgte nach dem internationalen Umweltstandard ISO 14001 die Zertifizierung der SOLARWORLD AG in Bonn (Holding und Vertriebsorganisation) sowie unserer Töchter deutsche solar, DEUTSCHE CELL und SOLAR FACTORY. Weitere Produktionsstandorte sollen folgen, wenn alle Produktionsprozesse vor Ort vollständig angelaufen sind.

Umweltschutz als Wertbeitrag definiert. Ein effektives und kontinuierlich überprüftes Umweltmanagement ist für uns wichtiger Bestandteil unseres integrierten Qualitätsmanagements. Um die Umweltleistung der SOLARWORLD kontinuierlich zu verbessern, sind messbare Umweltziele ein wesentlicher Teil unseres Umweltmanagementsystems. Daher haben wir 2008 unternehmensweite Umweltziele definiert und zum Jahresende überprüft.

Die Umweltziele werden auch über das Berichtsjahr hinaus zusammen mit den übrigen Konzernzielen für die Entwicklung übergeordneter Steuerungsmaßnahmen herangezogen. Unternehmenssteuerung und -kontrolle Als aggregiertes Oberziel haben wir die »Reduktion des Ressourcenverbrauchs« definiert. Diese ökologische Steuerungsgröße ermitteln wir anhand folgender Unterziele: Energieaufwand, Abfallmenge, Wasserbedarf, Amortisationszeit des leistungsstärksten SOLARWORLD Moduls, CO2eq-Emissionen. Da die Zielwerte der internen Steuerung dienen, werden sie an dieser Stelle nicht offengelegt.

Zur Zielerreichung haben wir ein spezielles Umweltprogramm entwickelt. An den einzelnen Standorten wurden konkrete Maßnahmen festgelegt und umgesetzt. Dazu gehört beispielweise im Bereich Produktentwicklung die Minimierung des Materialeinsatzes bei der Gestelltechnik und im Bereich Beschaffung die Erhöhung der Quote an umweltzertifizierten Lieferanten.

Interne Umweltaudits und die jährliche Erhebung der Kennzahlen dienen der Wirksamkeitskontrolle der Maßnahmen und der Zielerreichung. Zudem berichten die Umweltmanagementbeauftragten auf Basis eines internen Ist-Soll-Abgleichs an das Management.

Positive CO2eq-Bilanz. Unsere konzernweiten Treibhausgasemissionen erfassen wir systematisch und legen sie auch offen. Die Aktie Die kontinuierliche Verbesserung unserer Energie- und Materialeffizienz erlaubt uns, die Gesamtprozesse ganzheitlich im Sinne ökonomischer und ökologischer Aspekte zu verbessern. Forschung und Entwicklung Die konzernweiten CO2eq-Emissionen haben sich 2008 laut vorläufiger Schätzung unter Berücksichtigung des Produktionsanstiegs auf rund 96 (Vorjahr: 77) Tausend tCO2eq entwickelt.

Mit den im Jahr 2008 von uns verkauften Solarstrommodulen können während der durchschnittlichen Modullebensdauer von 25 Jahren insgesamt rund 2,7 (Vorjahr: 2,1) Mio. tCO2eq eingespart werden (Berechnung unter Zugrundelegung der Einstrahlungsverhältnisse und des Strommixes in Deutschland). Die dadurch vermiedenen Kosten für Umweltschäden belaufen sich auf rund 190 (Vorjahr: 144) Mio. €.

Stellt man die durch unsere Module vermiedenen CO2eq-Emissionen den durch unser Unternehmen verursachten CO2eq-Emissionen gegenüber, ergibt sich für die SOLARWORLD eine positive CO2eq-Bilanz. Dabei übertreffen die vermiedenen Emissionen die konzernweit verursachten Emissionen um mehr als das 28-fache.

Diese Bilanz umfasst allerdings lediglich die im Konzern anfallenden Treibhausgasemissionen. Für eine umfassende Analyse des Produktlebenszyklus müssten auch die Emissionen von Vorlieferanten und Dienstleistern einbezogen werden. Nach unseren Schätzungen machen die Emissionen der SOLARWORLD rund 35 Prozent der gesamten Emissionen im Produktlebenszyklus aus. Die der Lieferanten und Dienstleister entsprechend rund 65 Prozent.

Umweltkommunikation. Die externe Kommunikation der über die Umweltmanagementbeauftragten erhobenen Daten erfolgt im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI sowie über die Veröffentlichung der Daten im jährlichen Carbon Disclosure Project (CDP) durch die Abteilung Investor Relations. Ein betriebsinternes Umweltberichtswesen sowie Auditberichte und regelmäßige Management-Reports stellen die Information aller Ebenen der Unternehmensführung sicher. Unser Umweltberichtswesen umfasst ein vielschichtiges Statistiknetz aus Abfall-, Emissions-, Abwasser- und Stromstatistiken sowie Hilfsstoff- und Verbrauchsstatistiken. Chancen- und Risikomanagementsystem

An dieser Stelle verweisen wir auf die Darstellung der ökologischen Leistungsindikatoren im Nachhaltigkeitsbericht (Anlage zum Konzernbericht für das Geschäftsjahr 2008).